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Liebe Sängerinnen und Sänger,
liebe Musizierende, liebe Mitarbeiter/innen der Lutherana,
liebe Freunde und Interessierte der Kirchenmusik an der Lutherkirche!

Wir dürfen am Ende dieses Jahres wieder auf ein gefülltes (kirchenmusikalisches) Jahr zurückblicken. Im Mittelpunkt standen vor allem das große Reformationsjubiläum und unser eigenes – seit einem Vierteljahrhundert gibt es nun schon an der Lutherkirche ein hauptamtliches Kantorat. Wie viele Konzerte und Gottesdienste hier durch Sie und euch mit gestaltet wurden, kann man beim Blättern durch die Festschrift ein wenig „erahnen“. Ohne Sie wäre das alles nicht möglich (gewesen) – daher möchte ich Ihnen und euch am Ende dieses Jahres noch einmal von ganzem Herzen DANKE sagen – für alles Singen und Musizieren, für alle tatkräftige Hilfe und Unterstützung, für alle Ideen und jedes Engagement.

Als „Weihnachtsgeschenk“ habe ich dieses Jahr wieder die Jahreslosung vertont. Zum Singen und Musizieren zu Hause, und wo immer man möchte. Das kleine Kreuz habe ich bereits im Sommerurlaub aus Jerusalem mitgebracht – ich habe es in der Kirche gefunden, die an dem Ort erbaut wurde, wo Jesus das Abendmahl gespendet hat. So darf uns auch dieses Kreuz immer wieder an seine Gegenwart erinnern.

Die Jahreslosung für 2018 steht in der Offenbarung 21,6 „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“.

Beim Schreiben des Kanons kamen mir folgende Gedanken: „Gott spricht“ soll gleich zu Beginn und über den ganzen Kanon hinweg alles überstrahlen und überhöhen - er ist der Ruhepol, das strahlende Licht, in seinen Händen weiß ich mich geborgen - umgesetzt mit langen Tönen in einer aufsteigenden Linie zur leuchtenden Durterz. Durst zu haben ist etwas sehr Schmerzhaftes - wenn wir ihn nicht stillen können, wird er zur existentiellen Bedrohung. Musikalisch verdeutlicht wird dies durch den Halbtonschritt, der den Schmerz zum Ausdruck bringt und einer unerwarteten Akkordwendung nach As-Dur. Im Gegensatz dazu sprudelt die „Quelle“ fröhlich wieder zurück zum strahlenden C-Dur. Das „lebendige“ wurde durch eine kleine Synkope „lebendiger“, und das „Wasser“ bewegt sich in kleinen Wellen, bis es auch hier in den C-Dur-Glanz mündet. Die Steigerung der Verheißung zum kostbaren lebendigen Wasser steht am Schluss: Wir bekommen es umsonst – um dies hervorzuheben, wird es zweimal gesungen. Mit Pausen dazwischen, um es besonders zu betonen - die Pausen stehen auch für das „nichts“, für: „umsonst“.

Hinweise für Ausführende: Wenn man sich in die Wendung von C-Dur nach As-Dur einmal hineingehört hat, ist dieser Kanon trotz seiner beim ersten Höreindruck überraschenden Harmonik gut singbar. Der Begleitsatz gibt ein akkordisches Gerüst, und einen Vorschlag für Oberstimmen gibt es in einer einfachen und einer verzierten Fassung, so dass er in einer Gemeinde, zu Hause in der Familie und mit Freunden - wo auch immer miteinander gesungen und musiziert wird - gut umgesetzt werden kann. Die verschiedenen Stimmen sind alle miteinander kombinierbar. Der Kanon kann ein- oder mehrstimmig gesungen werden, mit und ohne Begleitsatz, und die instrumentalen Oberstimmen können nach Belieben auf einem oder mehreren Melodieinstrumenten hinzukommen. Zum Einüben des Kanons empfehle ich allen Chor- und Singleitern, in der 3. Kanonzeile bei „Wasser“ zu beginnen, und dann die Synkope bei „lebendigen“ zu klären und hinzuzunehmen. Danach die 2. Kanonzeile – durch die weitgehend durchgängige Achtelbewegung bekommt man hier ein gutes Gefühl für das Tempo, wodurch die Pausen und auch die langen Töne rhythmisch verständlicher werden.

Lassen wir uns von diesen zuversichtlichen Worten von der Quelle des lebendigen Wassers gut durch das kommende Jahr begleiten - Alles Gute für 2018!

Dorothea Lehmann-Horsch

Aktuelle Termine:

21. Januar 2018
Gottesdienst Solo-Kantatenreihe G. Ph. Telemann

03. Februar 2018
Kindermitsingkonzert

04. Februar 2018
Gottesdienst Solo-Kantatenreihe G. Ph. Telemann

25. Februar 2018
Gottesdienst Solo-Kantatenreihe G. Ph. Telemann

17. März 2018
Stabat Mater (Rossini)